Jetzt gilt s in Saarlouis
Jugendliche und Politiker trafen sich in der Feuerwache zur Aussprache über ein jugendfreundliches Saarlouis und suchten nach Lösungsvorschlägen. Nachdem die Jugendlichen ihre Wünsche und Interessen zusammen getragen hatten, besprachen sie diese mit Oberbürgermeister Roland Henz, sowie Bürgermeister Klaus Pecina.
Die Jugendlichen kritisierten u. a., dass sie von den Sportplätzen weggeschickt werden, weil sie die Anwohner im Dorf stören, wenn sie zu laut sind. Der Grund hierfür sei, dass es zu wenige Treffpunkte für die Jugend gibt. Somit lautete
der erste Wunsch „Raum schaffen; einen Platz an dem sich die Jugendlichen frei bewegen können, ohne Aufsehen zu erregen, Musik hören ohne die Anwohner zu stören. „Ungestört sein und geschützt.
Vorgeschlagen wurden leerstehende Hallen in alten Industriegebäuden, in denen man ein Jugendzentrum schaffen könnte, ein großes JUZ unterteilt in Areale, so dass jede Interessengruppe vertreten ist und ihren Platz hat.
Im Sommer könnte Platz auf Wiesen geschaffen werden, auf denen die Jugendlichen sich aufhalten können. Aber auch eine Bank oder eine Feuerstelle die etwas weiter von den Anwohnern entfernt ist würde bereits genügen.
Herr Pecina ging auf die Schwierigkeiten einen Standort zu finden ein. So besprach man auch in Lisdorf zusammen mit Jugendlichen, geeignete Plätze. Da die Anwohner in einer Umfrage jedoch dagegen stimmten, wurde diese Idee wieder verworfen. Auch Roland Henz betrachtete dieses Anliegen mit Vorbehalt. Als Begründung für seine Zweifel führte der OB das Beispiel "Schutzhütte" an, diese soll viel Geld gekostet haben, wurde jedoch stetig demoliert und schließlich angezündet.
Doch durch diese beiden Negativbeispiele ließen sich die Jugendlichen nicht entmutigen und versuchten den beiden Politikern Lösungsvorschläge zu unterbreiten.
Durch das Engagement und die Initiative der Jugendlichen kam man schließlich zu dem Entschluss, zukünftig die Jugendlichen in solche Planungen mehr einzubeziehen.
Ob der Vereinbarung nachgegangen wird, wird der Landesjugendring in einigen Monaten prüfen.
Aggression war ebenfalls ein Schwerpunkt bei der Aussprache. So wird das Verhalten der Polizei gegenüber den Jugendlichen als "respektlos" empfunden. Somit wäre die Staatsgewalt auch bei vielen anwesenden jungen Leuten negativ behaftet. Man fühlt sich beobachtet, kontrolliert und eingeschränkt. Ein Jugendlicher berichtet, dass er schon öfter von der Polizei grundlos auf der Strasse aufgehalten und kontrolliert wurde. Andererseits soll es auch öfter Fälle gegeben haben, in dem die Security zwar präsent war, jedoch keine, bzw. zu späte Hilfe leistete. Nach Aussagen von Jugendlichen seien Securityleute schon an einer Schlägerei vorbeigegangen und griffen erst dann ein als „alles geklärt war. Solche und ähnliche Beispiele wurden berichtet. Die Forderung war daher: eine bessere Ausbildung der Security und Polizei. Diese sollten geschult sein und anders vorgehen können. Streetworker sollten mit der Polizei besser zusammen arbeiten und die Security begleiten.
Der Oberbürgermeister kam daraufhin auf den Kriminalitätsbeirat, Sicherheit Ordnung Sauberkeit (kurz SOS), zu sprechen. So erwähnte er, dass sich die allgemeine Situation seit dem vermehrten Einsatz von Streetworkern wesentlich verbessert habe. Um das Sicherheitsgefühl der Bürger weiterhin zu erhöhen seien auch Securities eingestellt worden, die auch psychologisch geschult wurden. Bezüglich der angesprochenen "Respektlosigkeit", sowie der „unterlassenen Hilfeleistung seitens der Polizei appellierte R. Henz an die Jugendlichen, sich in einem solchen Fall die Namen der betreffenden Polizeibeamten zu merken und ihm diese dann zu melden.
Ein mit großem Interesse aufgenommener Vorschlag des Oberbürgermeisters war eine gemeinsame Nachtschicht der Polizei, der Streetworker und den Jugendlichen. Hierbei erklärte sich Roland Henz bereit diese Begegnung zwischen Staatsgewalt, Sozialarbeitern und Jugendlichen zu organisieren.
Das dritte Anliegen waren die Busverbindungen. Mit diesem Problem waren die meisten Jugendlichen vertraut. Wohne man etwas außerhalb der Stadt, so die Jugendlichen, kann es schon zu einem Problem werden (ohne PKW) von A nach B zu kommen. So käme man zwar am Wochenende abends in die Stadt, zurück ins Dorf würde jedoch kein Bus mehr fahren. Auch die Fahrzeiten und die total überfüllten Schulbusse wurden vielfach angesprochen. Verpasse man diesen, weil man z. B. ein paar Minuten vom Lehrer aufgehalten wurde oder etwas rumtrödelt, so müsse man schon mit einer Wartezeit von bis zu drei Stunden rechnen.
Der Oberbürgermeister gab zu verstehen, dass er selbst keine Befugnis über die Öffentlichen Verkehrmittel besitze, erklärte sich aber bereit ein Treffen zwischen den zuständigen Verkehrsbetrieben und den Jugendlichen zu realisieren.
Ob und wie die Vereinbarungen eingehalten und realisiert wurden, wird der Landesjugendring in wenigen Monaten in Erfahrung bringen.